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Der Kranz als Symbol

Der Kranz als ältestes Blumengebinde

Ursprünglich wurde der Kranz, als eines der ältesten und ursprünglichsten Blumengebinde, ausschließlich als Kopfschmuck aus Efeu und Ölzweigen geflochten und galt mindestens seit der Antike als Zeichen der Ehrung und Auszeichnung. Frühe Abbildungen der Kränze aus Ägypten waren an Bast aufgereihte Blätter und dienten als Inspiration der später aus Gold geschmiedeten Kronen. Gold und Edelsteine erinnern wie die strahlenden lebendigen Blüten und frisches Schnittgrün als Elemente an alles Gute auf Erden und stehen sich in ihrem Farbenspiel und in ihrer Leucht- und Strahlkraft in nichts nach. In den Jahrhunderten des zunehmenden christlichen Einflusses wurde der Kranz und die Krone als Sinnbild des ewigen Lebens und die sinnbildliche Verkörperung rückte von den Freuden des Diesseits ins Jenseits.

Der Kranz und seine Ringform

Der Kranz als Symbol des Glaubens, an die Unsterblichkeit des Lebens, wird durch seine Ringform haptisch erfahrbar. Das Symbol des Rings, eine Linie ohne Anfang und ohne Ende, findet sich in unzähligen Kreisläufen des Lebens, Denkens und Fühlens wieder. Ein (Blumen-)Kranz unterstützt als Form somit verschiedene geistig-abstrakte Vorstellungen und Theorien, die mit unseren Sinnen viel leichter zu erfahren sind. Der Kranz ist eine Erinnerung und Sinnbild an den ewigen Kreislauf, an den immer wiederkehrenden Jahres- und Sonnenumlauf, aber auch der ewigen Wiedergeburt und Weiterleben nach dem Tod im religiösen Denken.

Maikranz und Adventskranz in unser heutigen Zeit

Als zwei besonders bedeutsame Kränze gelten der Kranz am Maibaum und der Adventskranz, die bis heute ein festes Ritual in unserem Jahreszyklus sind. Der Maikranz als Sinn- und Wunschbild eines grünenden und blühenden Jahresablaufes. Der Adventskranz als ein verhältnismäßig junger vorweihnachtlicher Brauch, der auch ohne allem Wissen um Bedeutung und Symbolik sich großer Beliebtheit erfreut. Besonders charakteristisch ist die Verwendung von verschiedenen immergrünen Zweigen, die als das den Wintertod überlebende Grün, das Symbol des ewigen Lebens unterstreicht. Vier Adventskerzen stehen in säkularer Auffassung zum einen für die vier Himmelsrichtungen und zum Anderen für die Unterteilung des Jahres- und Lebenslaufs in vier bis heute gültige Lebensabschnitte. Diese bis heute genutzte Einteilung der Lebensabschnitte führt uns abermals bis in die Antike zurück, da Pythagoras die bis heute gültigen vier Lebenszyklen definierte: Embryonalentwicklung, Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter.

Im christlichen Kontext bringen uns die vier Kerzen Wärme und Licht als Hoffnung und Erwartung der Geburt Christi und stehen für die vier Adventsonntage bis Heilig Abend. Vier auch symbolisch für die viertausend Jahre, die die Menschen gemäß damaliger Auffassung nach dem Sündenfall auf den Erlöser warten mussten.